Bericht vom Neujahrs-Empfang

…aus dem aktuellen Gemeindebrief:


„Manche sehen die Flammen –
andere sehen nicht mal den Rauch…“

Von Vera Schellberg

Dieser Satz hat sich mir eingebrannt – er passt zu vielen aktuellen Themen, die uns beschäftigen.

Sarah Vecera, Festrednerin beim Neujahrs-Empfang unserer Gemeinde, bezog ihn auf den strukturellen Rassismus in unserer Gesellschaft. Ein Begriff, der die Ausgrenzung und Benachteiligung rassistisch diskriminierter Personen (BIPoC = Black, Indigenous and People of Color) meint. Er bezieht sich insbesondere auf das Rechtssystem und die politischen und ökonomischen Strukturen, die bestimmte Gruppen in der Gesellschaft mit Privilegien ausstatten und andere benachteiligen. nig. So kamen viele gute Gedanken zusammen.

Struktureller Rassismus findet sich auch in (Kinder)-Büchern, Liedern und Filmen. Sarah Vecera betonte die vielen Möglichkeiten, die die Kirchen hätten, Vorurteile abzubauen wie etwa in den Jugendzentren, Kita und Offener Ganztagsschule, wo wir Orte der Begegnung gestalten. Zu Beginn der Veranstaltung hatte die Präses unserer Gemeinde, Pfarrerin Karin Heucher, über 130 Gäste willkommen geheißen.

Nicht nur viele Interessierte und Mitarbeitende waren der Einladung gefolgt, auch Vertreter:innen von Kreis und Stadt Düren, der katholischen Kirche sowie Superintendent Jens SanKarin Heucher eröffnete den Tag mit der Frage: „Wie geben wir der Botschaft, dass Gott in seiner Liebe zu allen Menschen gekommen ist, eine sichtbare Gestalt, die auch hineinwirkt in die Gesellschaft?“ Wie das konkret werden kann, wurde später in Workshops diskutiert. Was können wir tun? Zum Teil sind es einfache und alltägliche Dinge: mehr mit anderen Menschen in Austausch kommen, auf die zugehen, die mir noch fremd sind und Bündnisse für eine offene Gesellschaft stärken.

In der Schlussdiskussion erhielt die Mahnung, es dürfe jetzt nicht beim „könnte“ und „sollte“ bleiben, zustimmenden Beifall. Auch Petra Schlader-Thouet, Lehrerin an der Zitadelle in Jülich, empfand den Vortrag der Buchautorin Sarah Vecera emotional bewegend: „Welchen Konfrontationen viele Menschen in unserer Gesellschaft in ihrem Alltag ausgesetzt sind, das hat mich sehr berührt. Wenn du als weiß gelesen wirst, kannst du diese Sorge nicht nachempfinden. Aber es ist meine Verpflichtung, immer wieder über meinen eigenen Tellerrand zu schauen.

Mir persönlich wird klar: Ich muss aus meiner Komfort-Zone kommen: Was passiert tatsächlich da draußen in der Welt?“ Am Ende des Tages freuten sich alle Beteiligten über einen gelungenen Auftakt ins neue Jahr mit einem wichtigen gesellschaftlichen Akzent.


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