Abschied von Dieter Schmitten

„Wir bekennen uns zu Jesus als dem lebendigen und gegenwärtigen Wort, das uns sagt, worauf wir zu vertrauen, was wir zu hoffen und wie wir zu handeln haben.“
Dürener Theologische Erklärung


Wir nehmen Abschied von

Pfarrer i.R. Dieter Schmitten

*03.03.1934    +27.10.2024

Dieter Schmitten war von 1964 bis 1996 Pfarrer der Evangelischen Gemeinde zu Düren. Er prägte die Gemeinde als Theologe, Seelsorger und Prediger. Er gilt als Mitverfasser der Dürener Theologischen Erklärung von 1969, die das sozial-diakonische Profil unserer Gemeinde stärkte. Eine emanzipatorische, gesellschaftlich wache Bildungsarbeit lag ihm am Herzen. Er schätzte die Freiheit im Denken und den Mut im Protest. Er engagierte sich mit einer klaren Haltung zur Schöpfungsverantwortung in den Auseinandersetzungen um den Tagebau und setzte sich für dezentrales, lokales und regionales Wirtschaften ein.
Er kannte den Gesang der Vögel und gab als Kundiger sein Wissen auf Wanderungen weiter. Er war ein zugewandter kluger Prediger, ein guter Erzähler, ein aufmerksamer Zuhörer, ein humorvoller Kollege, ein gebildeter Gesprächspartner, ein Liebhaber der Musik, ein charmanter und zuvorkommender Mitmensch.

Wir sind dankbar für sein Wirken und trauern mit seiner Familie.

Die Evangelische Gemeinde zu Düren
Pfarrerin Karin Heucher, Vorsitzende des Presbyteriums

Der Trauergottesdienst fand am Donnerstag, den 14. November, um 11.00 Uhr, in der Christuskirche Düren statt.



Trauergottesdienst

Das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes.

Mit diesen Worten von Oscar Wilde, die Ihr, liebe Familie über die Traueranzeige gesetzt habt, begrüße ich euch und Sie. Wir sind beieinander, weil wir heute Abschied nehmen müssen von Dieter Schmitten.

Wir trauern mit euch, liebe Annemie, lieber Tilmann, liebe Emilie. Es ist ja noch nicht ganz zu glauben, dass er nicht mehr unter euch sein soll. Vieles geht euch durch den Kopf und das Herz, ihr denkt besonders an die letzte Zeit mit ihm. Dieter wurde 90 Jahre alt.

Wir wollen in diesem Trauergottesdienst uns erinnern an das Leben mit Dieter, an seine Liebe, an seine Freundschaft, an sein Wirken bei uns in der Gemeinde und im Kirchenkreis. Und wir wollen uns Gottes Trost und Beistand zusagen lassen. Wir halten diesen Gottesdienst im Namen Gottes, des Schöpfers, der alles Leben hervor- bringt, im Namen Jesu, Freund und Bruder der Traurigen, der Verletzten, der Armen, der Leidtragenden, im Namen der Heiligen Geisteskraft, Trösterin und Befreierin.

Lied: Befiehl du deine Wege (eg 361,1.2.12)

Es ist gut, hier in der Christuskirche zu sein. Diese Kirche ist der Ort, wo Dieter 1964 einge- führt wurde in seine erste Pfarrstelle. In dieser Kirche hat Dieter mit seinem freien Geist oft gepredigt. Hier hat er Sondergottesdienste gefeiert mit Kollegen und Mitarbeitern zu Themen, die ihm besonders am Herzen lagen: für von Arbeitslosigkeit betroffene Jugendliche, für die in der Gemeinde über Jahre Lehrgänge organisiert wurden, zur Lebenssituation von Arbeitsmigranten, zur Verantwortung für die Schöpfung und die Auseinandersetzungen um den Tagebau, für eine neue Wirtschaftsethik. Dieter wollte Impulse geben, die auf Emanzipation, Bildung und gesellschaftliche Veränderung zielen, immer in Reflektion der eigenen Begrenztheit und Privilegien.

Wir haben Texte aus der Bibel und der Literatur ausgesucht, die wir mit Dieter verbinden. (…)

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