Samstagabend, 5. Oktober, 18 Uhr, es ist der Vorabend des Erntedank-Festes – rund 50 Chormitglieder und 80 weitere evangelische und katholische Christen haben sich in der Christuskirche eingefunden. Auf dem Abendmahlstisch scheint ein Kranz von Teelichtern, die Glocken klingen allmählich aus. Erste Orgeltöne erklingen, der Chor stimmt ein: „Look at the world, evr’ything all around us; Look at the world, and marvel ev’ry day.“ In vier Strophen wechseln sich Frauen- und Männerstimmen im Schöpfungslob des englischen Komponisten John Rutter ab. Thema und Atmosphäre sind gesetzt.
In den nächsten 45 Minuten wechseln sich liturgische Gesänge, dezent mit Orgelmusik unterlegt, Gemeindelieder und englische Chorgesänge sowie wenige gesprochene Gebete und Lesungen ab. Hektik und Sorgen des Tages können hier in den Hintergrund treten, Seele und Geist zur Ruhe kommen.
Nach zwei ökumenisch verantworteten Evensong in der Annakirche sind wir heute zum ersten Mal in der Christuskirche zu Gast, und auch in diesen schlichten Raum fügt sich die aus der anglikanischen Kirche zu uns gekommene Form des Abendlobs bestens ein. Die beiden beteiligten Chöre – der katholische Chor Con Spirito und die Evangelische Kantorei Düren – und ihre beiden Leiter Max Deisenroth und Stefan Iseke sind inzwischen mit der Form vertraut, alle „Novizen“ werden mit einem Liedblatt und durch die Zeichengebung von Vorsänger Stefan Iseke sicher an die Hand genommen. Die Wortbeiträge der beiden Liturginnen Melanie Thelen und Simone Stolte-Lehnert fügen sich gut in die Musikstücke ein.
Nach dem Orgelnachspiel können alle Mitfeiernden innerlich gestärkt in den weiteren Abend und den Sonntag gehen.
